
Distant Warning: For All Eternity
Ist es Melodic Metal? Ist es Power Metal? Progressive Rock/Metal? Egal - es ist gut! "For All Eternity" ist bereits die vierte Scheibe der Metaller aus Colorado Springs und die erste, die mir in die Hände fällt (Vorliegendes Werk soll aber neu aufgenommen Songs von den vorangegangenen Demos enthalten).
Auf knappen 65 Minuten dürfte auf jeden Fall jeder Anhänger knackig-melodischer Bangerkost etwas für seinen persönlichen Geschmack finden. Mal getragen-düster ("Out Of Mind", "The Ripper"), dann wieder flockig-treibend ("Rest In Peace") bis hin Queensryche'esque ("Lost Ones") und instrumental ("Shadowkeep" - Highlight!!) - Distant Warning beherrschen sie gut, die Klaviatur des Melodic Metals (jetzt hab ich's doch mal in eine Schublade gesteckt).
Sänger Ron Bordelon ist meines Erachtens das große Plus der Band, denn er hat keine "typische" Metalstimme, spricht er kreischt nicht in höchsten Tonlagen sondern hat eine angenehme Rauheit in seinen Stimmbändern. Die ein oder andere Gesangslinie hätte eventuell noch weiter ausgearbeitet werden können und ein paar Mal liegt Bordelon etwas neben der Spur, aber so etwas ist mir immer noch lieber als ein gesichtsloser Kiske-Clon, die bereits zu hunderten die Szene bevölkern. Die beiden Gitarristen haben mit Sicherheit auch schon mal Fates Warning und Iron Maiden gehört, denn an diese beiden Klassikerbands erinnert man ebenfalls ab und an.
Sacred Metaller, die es nicht immer US-metallisch voll auf Zwölf brauchen, sondern auch mal die ein oder andere Verschnaufpause mit einem Album genießen können, das etwas Zeit zum Wachsen benötigt, sollten es mal hier probieren:
©2006, Michael Kohsiek